Ergonomischer Schulranzen – Das macht ihn so wichtig

Aus einem Kindergartenkind wird ein ABC-Schütze. Die Kids können kaum erwarten, endlich „ganz groß“ zu werden und freuen sich auf die Einschulung. Zu dieser gehört neben einer kunterbunten Schultüte natürlich ein nagelneuer Ranzen. Genau um den Schulranzen geht es in diesem Beitrag, denn der Kauf bereitet den Eltern oft Kopfschmerzen. Welcher Tornister soll es werden? Was tut dem Kind gut? Worauf ist in der ersten Linie zu achten?

INFO: Hier gelangen Sie direkt zu dem aktuellsten Schulranzen Test.

 

Ergonomie – das griechische Wort macht Karriere

Ergonomischer SchulranzenZusammengesetzt aus zwei altgriechischen Wörtern, die für Arbeit und Gesetz stehen, kommt der Begriff „Ergonomie“ gar nicht aus der Antike, sondern wurde zum ersten mal im 19. Jh. von einem polnischen Wissenschaftler verwendet. Heute wird unter der Ergonomie die ständige Optimierung vom Werkzeug und Einrichtung verstanden. Das erklärte Ziel ist, diese Gegenstände für den Menschen möglichst komfortabel zu gestalten. Was hat aber die Ergonomie mit einem Schulranzen zu tun? Ziemlich viel, denn ergonomische Schulranzen sind aktuell im Kommen. Ein ergonomisch geformter Tornister leistet einen essentiellen Beitrag zur Gesundheit der Schulkindes. Lasst uns einen Blick darauf werfen, was einen rundum bequemen, ergonomischen Schulranzen ausmacht.

 

Leergewicht – Wichtig, aber…

Während nur jeder zehnte Grundschüler an Rückenproblemen leidet, kennt bereits jeder zweite von den 15-16-jährigen Rückenschmerzen. Liegt das an zu schweren Schulranzen und Rucksäcken? Die Experten sind sich darin nicht einig. Fest steht, dass gesunde Kids problemlos bis zu 20% ihres Körpergewichts auf dem Rücken transportieren können. Kinder, die eher zärtlich gebaut sind, werden freilich auch mit einem Tornister, der nur 10% ihres Gewichts ausmacht, überlastet sein. Offensichtlich liegt die Ursache von Rückenproblemen nicht vorwiegend im Gewicht des Ranzens. Trotzdem wird empfohlen, dass das Leergewicht eines Tornisters maximal 1,3 kg betragen darf.

TIPP: Bringen Sie Ihrem Kind bei, den Ranzen jeden Tag zu leeren und neu zu packen. Lehrbücher, Hefte und Malfarben, die heute nicht im Unterricht gebraucht werden, müssen auf ihren Besitzer zu Hause warten.

 

Tragegurte – für den Komfort entscheidend

Ergonomische Tragegurte schonen den Rücken und den Schulterbereich. Auf dem Schulweg, besonders wenn dieser zu Fuß zurück gelegt wird, soll der Ranzen auf dem Rücken getragen werden. Auch viele Kids, die mit dem Rad zur Schule kommen, haben ihren Ranzen nicht im Schultaschenkorb, sondern ebenfalls auf dem Rücken. Wenn die Gurte den Kriterien der Ergonomie entsprechen, wird das Kind sogar das Gewicht von einem voll gepackten Tornister kaum spüren. Die Komfort-Gurte sind in der ersten Linie weich gepolstert und frei von Nähten. Sie schneiden nicht ein, sie fühlen sich auf den Schultern wie eine sanfte Umarmung. Tragegurte in der S-Form sind dabei die beste Lösung. Weiterhin sollen die Schultergurte mindestens vier-fünf Zentimeter breit sein, dadurch verteilt sich das Gewicht des Ranzens auf eine größere Fläche. Noch ein wichtiges Detail – die Gurte sollen leicht verstellbar sein, so dass ein Kind nach eigenem Körpergefühl deren Position selbst verändern kann.

TIPP: Erfahrungsgemäß tragen viele Kinder ihren Ranzen zu tief, so dass sie sich dabei nach vorne bücken müssen. Diese Körperhaltung führt zur Verengung des Brustkorbs und erschwert das Atmen.

 

Mehr Gurte, bitte!

Der klassische Tornister mit zwei Schultergurten entspricht nicht den neuesten Erkenntnissen auf dem Bereich der Ergonomie. Schulranzen von heute sind zusätzlich mit Brust- und Beckengurten ausgestattet, denn mehr Gurte bedeutet weniger Last, die auf jeden einzelnen Gurt fällt. Geteilte Last ist halbe Last – das gilt auch für die Schulranzen. Es versteht sich von selbst, dass auch für den Becken- und Brustgurt die gleichen Anforderungen, wie für die Schultergurte, gelten: Gepolstert, leicht verstellbar und nicht zu schmal.

 

Intelligente Innenstruktur

Kind packt zuhause den Schulranzen
Ergonomie ist nicht nur außen, sondern auch innen. Ergonomischer Schulranzen verfügt über mehrere Fächer, die so gestaltet sind, dass die größte Last, allen voran die Schulbücher, in dem Fach getragen wird, das am nächsten zum Rücken liegt. Dadurch lässt sich der Tragekomfort optimieren und der Ranzen fühlt sich weniger schwer an.

Als praktisch erweisen sich die Tornister mit mehreren Fächern, denn so sind alle Schul-Utensilien schnell zur Hand und das Kind muss nicht lange in seinem Ranzen kramen. Empfehlenswert sind solche Modelle, bei denen mindestens das Fach für die Frühstücksbox abwaschbar ist. Darüber hinaus soll der Tornister mit Seitentaschen ausgestattet sein. Diese Fächer schaffen zusätzliches Volumen und sind z.B. für eine Trinkflasche bestens geeignet.

TIPP: Erklären Sie Ihrem Kind, wozu die einzelnen Fächer dienen und warum es wichtig ist, die Bücher in das größte Fach am Rücken zu packen, obwohl diese auch in andere Fächer passen.

 

Rückenteil – korrekte Form gegen Rückenschmerzen

Der Rücken des Ranzens ist in hohem Maße dafür verantwortlich, dass die ABC-Schützen keinen „Rücken“ bekommen. In der letzten Zeit wurde von den Designern auf die Gestaltung des Ranzen-Rückenteils großer Wert gelegt. Dieser soll nicht nur stabil sein, sondern am liebsten sich den Kurven der Wirbelsäule anpassen und sich an den Rücken sanft schmiegen. Damit aber das Kind nicht ins Schwitzen kommt, braucht der Rückenteil mehrere Belüftungsrillen, die aber weder drücken, noch scheuern dürfen.

 

Tragegriff – weich und fest

In den Pausen oder auch unterwegs von dem Schulbus zum Schulgebäude trägt der Grundschüler seinen Ranzen nicht selten an einem Tragegriff. Deswegen gilt es: Kein Schulranzen ohne einen Tragegriff. Dieser soll ebenfalls den Anforderungen der Ergonomie entsprechen: weich gepolstert und fest sein.

 

Verschluss und Deckel – einfache Handhabung

Die Feinmotorik ist bei den Grundschulkindern noch nicht perfekt entwickelt, so dass sie bei komplizierten Verschlüssen schnell verzweifeln und einfach den Ranzen offen lassen. Ergonomischer Verschluss ist mit einer Hand zu öffnen und zu schließen. Vorteilhaft sind u.a. Verschlüsse mit integrierten Magneten, diese schließen sich einfach von selbst. Der Deckel soll möglichst breit sein, damit das Kind sofort den Überblick über den Inhalt des Ranzen erhält. Noch wichtig: Der Deckel darf nicht von alleine zuklappen, denn das ist nicht nur störend, sondern kann ein Kind sogar verletzen.

 

Standhaft muss der Ranzen sein

Der hochwertige, ergonomische Ranzen soll einen verstärken Boden für den sicheren Stand haben. Nicht nur, dass in einem standhaften Tornister alle kleinen und großen Dinge leichter zu finden und dort heraus zu nehmen sind, sondern dieser Schulranzen ist schlichtweg sicherer. Stellen Sie sich vor, der offene Ranzen kippt um, sein Inhalt liegt verstreut auf dem Flur und stellt eine hohe Stolpergefahr für die rennenden und spielenden Kids dar.

 

Sicherheit geht vor!

Kind Schule Daumen hoch
Farbenfroh sind die Ranzen, die am Markt zu finden sind, doch es gibt einige Farbtöne, die aus Sicherheitsgründen für den Tornister optimal sind, und das sind Orange und Gelb. Nun, wenn Sie Ihr Kind nicht zu einem orangenen oder gelben Ranzen überreden können, sorgen Sie bitte dafür, dass der Ranzen mit reflektierenden Streifen und Leuchtflächen ausgestattet ist. Mit einem solchen Ranzen geht Ihr ABC-Schütze in den frühen Morgenstunden im Winter sicher zur Schule, denn die Autoscheinwerfer lassen die retroreflektierenden Streifen hell aufleuchten.

Ein ergonomischer Schulranzen ist ein kleines Wunderwerk des modernen Designs, er ist komfortabel, hält den Rücken gesund und erfüllt die höchsten Anforderungen an die Sicherheit.

 

Hier sind die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Nicht mehr als 1,3 kg Leergewicht,
  • Weich gepolsterte, breite und verstellbare Schulter-, Brust- und Beckengurte,
  • Mehrere unterschiedlich große Fächer, die leicht zu reinigen sind,
  • Tragegriff, der nicht einschneidet,
  • Deckel, der sich weit öffnen lässt,
  • Einfacher und zuverlässiger Verschluss,
  • Verstärkter Rückenteil, der eng an den Rücken anliegt und mit Lüftungsrillen ausgestattet ist,
  • Retroreflektierende Streifen und Flächen.

Kommentar schreiben


Noch keine Kommentare